Was ist craniosacrale Therapie?
Die Craniosacrale Therapie ist eine aus der Osteopathie entstandene Körperarbeit, die in den letzten Jahren eine eigenständige Entwicklung genommen hat. Sie ist eine sehr achtsame Heilmethode in der emotionale und psychische Aspekte vieler körperlicher Beschwerden oftmals noch direkter zum Ausdruck kommen können.

Im Vordergrund steht das craniosacrale System. Dieses umfasst den Schädel (Cranium), die Wirbelsäule und das Kreuzbein (Sacrum) mit seinen Membranen. Hier pulsiert die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit in einem bestimmten Rhythmus, der als feine Bewegung am ganzen Körper spürbar ist.
Die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit nährt und schützt das zentrale Nerven-system. Sie durchdringt auf einer tieferen Ebene alle Gewebeschichten, alle Zellen und auch Energiefelder des Körpers und trägt die ursprüngliche Matrix für das Prinzip Gesundheit im Körper in sich.
Dieser craniosacrale Rhythmus wird neben den anderen Körperrhythmen – wie Atem oder Herzschlag – als „primär respiratorischer Rhythmus“ bezeichnet. Dies weist auf eine übergeordnete, heilende Kraft hin. Das Nervensystem, und damit das craniosacrale System, formt sich als erstes bei der Entstehung des Körpers und ist das letzte System, das den Körper beim Prozess des Sterbens verlässt.
Die Craniosacrale Biodynamik befasst sich mit den subtileren bzw. energetischen Aspekten der Craniosacral-Therapie. Hier geht es hauptsächlich um die Wiederan-bindung des Körpers an seine innewohnenden Ressourcen und Selbstheilungskräfte.
Der Therapeut nimmt sich hierbei in seiner aktiven Arbeit weiter zurück und fungiert mehr als Begleiter und Unterstützer, der durch die sanfte Berührung das Selbst-heilungspotential auf allen Ebenen aktivieren und Raum für eine Heilung aus dem Innen heraus ermöglichen kann.

Die Begründer und ihre Philosophie
William Garner Sutherland, ein Schüler von Andrew Taylor Still (Begründer der Osteopathie um 1874), bereicherte die Osteopathie um den craniosacralen Ansatz. Er beschäftigte sich um 1940 intensiv mit der Schädelanatomie und dem Aufbau der Strukturen. Sutherland führte eine Vielzahl von Beobachtungen und Eigenversuchen durch und entdeckte somit die Bedeutung des craniosacralen Systems als Regulationssystem für den Gesamtorganismus.

John Upledger verfeinerte die Behandlungstechniken von Sutherland um 1970 weiter und entwickelte damit einen ganzheitlichen Behandlungsansatz des Menschen.

Somit schuf er eine Verbindung zwischen Körperarbeit und Psychotherapie.

Ablauf der Behandlung
Nach einer kurzen Vorbesprechung legt sich die behandelte Person in bequemer Kleidung auf eine Massageliege – meist in Rückenlage. Manchmal kann es aber auch angenehmer sein, eine andere Lage einzunehmen.
Mit achtsamer und sanfter Berührung beginnt der Therapeut die Behandlung, oft an den Füssen. Das innewohnende Gesunde zeigt dem Behandler, wo die Hände mit dem Körper in Kontakt kommen sollen. Von Zeit zu Zeit wird der Ort des Kontaktes gewechselt. Die Behandlung wird oftmals verbal begleitet, sie kann aber auch in vollkommener Stille ablaufen.
Meistens werden die Behandlungen als sehr entspannend wahrgenommen. Manchmal schläft man während der Behandlung ein, manchmal spürt man Wärme, ein sanftes Schwingen, Kribbeln oder Ziehen. Jede Behandlung kann anders empfunden werden.

Beendet wird die Sitzung mit einem Abschlussgespräch.

Von außen ist während der biodynamischen Craniosacral-Behandlung oft wenig zu sehen. Es kann sein, dass der Behandler sehr lange, manchmal die ganze Behandlungszeit, mit seinen Händen an einer Körperstelle bleibt. Die Behandlung dauert meistens 50 - 60 Min. bei Kindern ca. 40 Min. (incl. Nachruhezeit).

Die craniosacrale Biodynamik ist bei folgenden Beschwerden empfehlenswert:

  • chronische Schmerzzustände (wie z.B. Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Ischialgien)

  • Tinnitus / Schwindel

  • Konzentrationsstörungen/ Energielosigkeit / Lernschwierigkeiten (ADHS)

  • Schlafstörungen

  • Seelisch-körperliche Erschöpfungszustände/ psychische Belastung / Ängste

  • Verdauungsbeschwerden

  • Zahn- und Kiefergelenksprobleme

  • Phasen des Umbruchs und Wandels

Wieviele Behandlungen sind nötig?
Das lässt sich nur individuell bestimmen. Oft reichen 5-8 Behandlungen im Abstand von 1–2 Wochen, weitere monatliche Sitzungen unterstützen die Erhaltung der Gesundheit im Sinne einer Vorbeugung (Prävention). Bei Kindern genügen meistens 3-5 Sitzungen. Sie verfügen über stark ausgeprägte Selbstheilungstendenzen, ihr Körper-System reagiert noch ursprünglich und sehr sensibel.